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Über uns

DIE MUSIKSCHULE KINDBERG von 1957 bis 1998
Autor: Werner Lackner


 

Zur Situation bis 1969

Die Musikschule Kindberg gehörte zur Zeit des 1. Steirischen Musikschulwerkes während des 2. Weltkrieges als Zweigstelle der von Gabriele Österreicher geleiteten „Kreismusikschule für Jugend und Volk Mürzzuschlag“ an. Die Leitung, soweit diese nicht von der Hauptanstalt erfolgte, wurde der an der Musikschule Kapfenberg tätigen Gertrude Grojer anvertraut. Fünf Lehrkräfte unterrichteten damals 120 Schüler.

Die Kriegsereignisse engten die Entfaltungsmöglichkeiten der Zweigstelle und auch der Hauptanstalt immer mehr ein. Die vollkommene Einstellung des Unterrichtsbetriebes erfolgte mit dem Einmarsch der russischen Truppen, wobei immerhin die Sicherstellung des Instrumentariums gelang.

In vielen Orten der Steiermark waren schon wenige Jahre nach Kriegsende die stillgelegten Musikschulen teilweise reaktiviert oder neu geschaffen worden. In Kindberg dauerte es mehr als ein Jahrzehnt, ehe es dem damaligen Volksschuldirektor A. Frischenschlager gelang, die Wiedererrichtung der Musikschule zu realisieren. 1957 öffnete die nun von Mürzzuschlag unabhängige Musikschule ihre Pforten und ging in die Trägerschaft der Marktgemeinde Kindberg über.

Die Schule war in den Räumen der beiden Volksschulen untergebracht. Vorerst wurden die Fächer Klavier, Akkordeon, Blockflöte, Jugendchor und Gitarre unterrichtet.

Mit Beginn des Schuljahres 1957/58 übernahm Leopold Kuntner die Leitung der Schule, die er bis zu seiner Pensionierung im Juli 1969 innehatte.

1967 feierte die Musikschule mit einem Festkonzert die ersten 10 Jahre ihres Bestehens. Trotz unleugbarer Erfolge waren die Probleme groß. Schlechte Arbeitsbedingungen und der große Mangel an qualifizierten Lehrern standen einer fruchtbaren Entwicklung im Weg.

Im August 1969 übernahm Werner Lackner die Leitung der Schule.

 

1969/70

Schwerpunkte der Musikschularbeit waren die Reaktivierung der Jugendblasmusik, die Bildung eines Schüler-Streichorchesters, sowie der Umbau des Blockfötenunterrichtes vom Einzel- zum Gruppenunterricht.

 

1970/71

Friedrich Körner löste Rupert Doppelbauer als Landesmusikdirektor für Steiermark ab.

 

1971/72

1971 wurde das neue Volkshaus eröffnet, welches nun viele Jahre die Heimstätte für die musikalischen Veranstaltungen sein soll. Der optische schöne Saal war leider für musikalische Vorhaben vollkommen ungeeignet, da die baulichen Grundbedingungen für eine musikalisch brauchbare Akustik unberücksichtigt geblieben waren.

 

1972 - 1975

Der Umbau des Blockflötenunterrichtes vom Einzel- auf Gruppenunterricht, Ensemblebildungen in vielfältigen Besetzungsformationen, der Ausbau der Jugendblasmusik und vor allem szenische Aufführungen von Singspielen mit über 100 Kindern waren Arbeitsschwerpunkte. Die Musikschule Kindberg war eine jener wenigen Schulen, die sich mit szenischen Produktionen auseinandersetzte.

 

1975 - 1977

1976 wurde der Bau der neuen Volksschule abgeschlossen und im November desselben Jahres fand die Übersiedlung statt.

Mit einem Festkonzert feierte die Schule 1977 ihr 20jähriges Bestehen. 240 Schüler wurden von 12 Lehrkräften unterrichtet.

 

1977/78

kam es zur Gründung des Orchesters der Marktgemeinde Kindberg. Das erste Konzert mit Werken von Gluck, Haydn, Sammartini und Telemann fand im März 1978 statt. Solist war Bernhard Hirzberger, Trompete.

Mit einer ehrenvollen Aufgabe wurde die Jugendblasmusik betraut: Sie durfte die Steiermark beim internationalen Jugendkapellentreffen in Wien vertreten. Unter der Leitung von August Garb spielte das Ensemble ein Konzert im Volksgarten und in der Partnerstadt Vösendorf.

 

1978 - 1982

Erstes gemeinsames Konzert des Orchesters der Marktgemeinde Kindberg und des Städtischen Orchesters Mürzzuschlag im Dezember 1978. dieses Konzert führte letztlich zur Gründung des Orchesterprojektes Kindberg/Mürzzuschlag durch Ernst Smole, dem Leiter der Städtischen Musikschule Mürzzuschlag und Werner Lackner. Es wurde vereinbart, jährlich regelmäßig 2 Konzerte zu veranstalten, die jeweils in Kindberg bzw. Mürzzuschlag gespielt werden.

Schaffung eines dislozierten Unterrichtes in den Räumen der Volksschule Allerheiligen für die Kinder aus Allerheiligen und Mürzhofen, nachdem der Wunsch der beiden Gemeinden nach Errichtung einer Zweigstelle, vom Land aus budgetären Gründen abgelehnt wurde.

1982 wurde im Zusammenhang mit der Stadterhebung die Musikschule in „Musikschule der Stadt Kindberg“ umbenannt.

 

1982 - 1986

Gründung des Kindberger Veranstaltungsabonnementes.

Dabei handelt es sich um  die Zusammenfassung und Präsentation der wesentlichsten kulturellen Veranstaltungen.

Mit 300 Musikschülern wurde der bisher höchste Schülerstand erreicht.

 

1987 - 1991

Ein im Juni 1987 durchgeführter Jugendchortag des Bezirkes war Anstoß, Ähnliches mit Instrumentalisten zu versuchen. 1988 kam es zur Gründung des Mürztaler Jugendsinfonieorchesters, mit Schülern der Musikschulen Kindberg, Krieglach und Mürzzuschlag.

Im selben Jahr: 10jähriges Jubiläum des Orchesterprojektes und Herausgabe einer Festschrift.

Im April 1991 wurde das Steirische Musiklehrergesetz beschlossen, welches im September desselben Jahres in Kraft trat. Dieses Gesetz regelt die dienst- und besoldungsrechtlichen Belange der Lehrer und Leiter, die bei steirischen Gemeinden tätig sind.

Verhandlungen mit der Gemeinde Stanz bezüglich Installierung eines dislozierten Unterrichtes.

 

1992 - 1995

Beginn eines dislozierten Unterrichtes in Stanz.

Aus einer Auswahl der besten Instrumentalisten des Mürztaler Jugendsinfonieorchesters bildete sich das Mürztaler Jugendkammerorchester, in weiterer Folge „Junior Chamber Symphony genannt.

Abschluss der Sanierungsarbeiten und Wiedereröffnung des Volkshaussaales 1995. dieser nun auch hinsichtlich Akustik hervorragend renovierte Saal zählt zu den schönsten Sälen unseres Landes.

 

1996 - 1998

Im April 1996 feierte die Jugendblasmusik ihr 40jähriges Bestehen. Ein Festkonzert, sowie Konzerte der Jugendblaskapellen St. Michael, Liesingtal, Mürzzuschlag und Krieglach bildeten dem musikalischen Rahmen.

Das Mürztaler Jugend-Kammerorchester nahm im April 1997 in Neerpelt (Belgien) am internationalen Jugendkammerorchester-Wettbewerb teil und erreichte dort einen 1. Preis „cum laude“.

Josef Rauth, Leiter der Musikschule Voitsberg löste Friedrich Körner als Landesmusikdirektor für Steiermark ab.

Im März 1998 wurde das 20jährige Bestehen des Mürztaler Sinfonieorchesters mit einem Konzert festlich begangen. Solisten waren ehemalige Schüler der 3 Musikschulen.

Mit dem Jubiläumskonzert anlässlich „40 Jahre Musikschule Kindberg“ endet der Bericht von Werner Lackner.


1998

Im September 1998 übernahm  Mag. Klaus Steinberger - so wie seine beiden Vorgänger Cellist - die Leitung der Musikschule Kindberg.
 
Ein Meilenstein in diesem Jahr war sicher die Schaffung eines Statutes für Steirische Musikschulen, d. h. ein vom Bundesministerium genehmigtes und verbindliches Statut für Musikschulen und damit verbunden die Verleihung des Öffentlichkeitsrechts, das die rechtliche Gleichstellung mit den Regelschulen in der Österreichischen Schullandschaft bedeutet. Seit dieser Zeit ist für den Abschluss der Musikschule eine repräsentative Abschlussprüfung vorgesehen.

In den nächsten Jahren werden von 18 Lehrern an die 400 Schüler in Musikalischer Früherziehung, Klavier, Blockflöte, Gitarre, Schlagwerk, Volksmusik-, Blas- und Streichinstrumenten, sowie auch in verschiedenen Ensembles unterrichtet.

Die Jugendblasmusik wird ab 2002 als „mini wind band“ geführt (geleitet von den Kapellmeistern der Werkskapelle Kindberg und auch Lehrern der Musikschule, Mag. Wolfgang Haas und Günther Hirschegger).

Als neues Ensemble kommt 1998 das Jugendorchester Kindberg „JOKI“ hinzu, das aus Streichern besteht und im Bedarfsfall mit Bläsern erweitert wird. Einstudiert wird es von den Streicherlehrern Johannes Hirzberger und Klaus Steinberger. Höhepunkte waren die bejubelten szenischen Aufführungen „Karneval der Tiere“ zusammen mit der J. E. Schmölzer Hauptschule und 2004 die Uraufführung des Zirkusmusicals „Monami“ von G. Marko in Zusammenarbeit mit der Volksschule Allerheiligen.

Ebenfalls in das Jahr 1998 fällt die Gründung der „Sinfonietta Kindberg“. Auch dieses von Klaus Steinberger gegründete Ensemble besteht im Kern aus einem Streichorchester, das mit Bläsern erweitert wird. Besondere Höhepunkte in Kindberg sind die Aufführungen der Sinfonietta mit ihrem Ehrendirigenten Johannes Wildner. Der gebürtige Kindberger GMD Dr. Johannes Wildner, der 10 Jahre Geiger bei den Wiener Philharmonikern war und nun weltweit als Dirigent erfolgreich ist (Wiener Symphoniker, Royal Philharmonic London, St. Peterburger Philharmoniker…)  arbeitet regelmäßig mit dem Kindberger Orchester und führt es zu Höchstleistungen.
Über die regionalen Grenzen große Beachtung fanden auch drei Aufführungen der „Matthäus-Passion“ von J. S. Bach in Knittelfeld, Gleisdorf und Kindberg. Bei diesem Großprojekt - geleitet von Franz Jochum - waren 200 Mitwirkende auf der Bühne. Es war dies eine Zusammenarbeit des ChorForum Gleisdorf, der Musikschulen Knittelfeld, Zeltweg, Kindberg und bedeutete für Publikum und Mitwirkende ein großes Erlebnis!
(K.S.)